Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

EuGH-Urteil: Versicherungen dürfen nur Unisex-Tarife anbieten

Dienstag, 01. März 2011

Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg hat in einer Rechtsprechung die gängige Praxis der Versicherungen, geschlechtsspezifische Tarife anzubieten, untersagt und hat gleichzeitig eine Frist bis zum bis zum 21. Dezember 2012 gesetzt, bis zu diesem Zeitpunkt sollen solche Tarife abgeschafft werden. Demnach müssen Versicherungen geschlechtseinheitliche Tarife anbieten, damit soll die Gleichberechtigung weiter vorangetrieben werden. Konkret kann dies bedeuten, dass Frauen künftig höhere Renten von ihrer privaten Rentenversicherung erhalten können, oder aber auch höhere Beiträge für die Unfallversicherung abführen müssen.

Bislang unterschiedliche Tarife für Geschlechter

In den 27 Mitgliedsstaaten der EU wird in aller Regel die Beitragshöhe für Versicherungen geschlechtsspezifisch ermittelt, u.a. für Lebensversicherungen. In der tat gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede, so leben Frauen in der Regel länger (niedrigere Beiträge zur Lebensversicherung, geringere Rente in der privaten Rentenversicherung), bauen weniger Unfälle (niedrigere Beiträge zur KFZ-Versicherung) oder werden schlicht schwanger (Berücksichtigung in der Privaten Krankenversicherung). Dies versuchen die Versicherungen im Vorfeld eines Abschlusses zu ergründen und führen deswegen aussagekräftige Statistiken.

Generalstaatsanwältin Juliane Kokott will die Gleichbehandlung der Geschlechter weiter vorantreiben, nur dort, wo nachweisliche biologische Unterschiede (eben Schwangerschaft) feststellbar sind, will sie Ausnahmen gestatten lassen. Die statistischen Unterschiede, wie z.B. in der Lebenserwartung, will sie nicht gelten lassen, da die Lebenserwartung weniger vom Geschlecht, aber um so mehr von der Lebensweise, abhängt.

Die Haltung der Versicherungen zum EuGH Urteil

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherer bedauert in einer Pressemeldung das Urteil des EuGH. Jörg von Fürstenwerth, Hauptgeschäftsführer des GDV, sagt zum Urteil: ” Mit der Entscheidung wird ein zentrales Prinzip der privaten Versicherungswirtschaft, nämlich das Prinzip der Äquivalenz von Beitrag und Leistung, in Frage gestellt.” Zudem äußerte der Verband die Befürchtung, dass die Beiträge im Durchschnitt durch Unisex-Tarife steigen werden. Auch bei der Riester-Rente hätte es gleichlautende Diskussionen gegeben, doch der Unisextarif hat sich in der Riester Rente durchgesetzt.

Die Haltung der Verbraucherzentrale zum EuGH Urteil

Demgegenüber begrüßt der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) das Urteil des EuGH. Dennoch warnt der vzbv im Zuge der Beitragsanpassungen vor Prämienanhebungen und ruft die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) auf, die Tarifumstellung genauestens zu beobachten. Der Vorstand des vzbv, Gerd Billen, hierzu: ” Die Aufsichtsbehörden müssen sicherstellen, dass unterm Strich die Beiträge für die identische Leistung nicht steigen werden.”

Nur wer Versicherungen vergleicht, kann sparen

Für alle geltenden Versicherungen greift das Urteil nicht, dennoch kann es lohnenswert sein, die einzelnen Versicherungen nach dem 21. Dezember 2012 zu vergleichen. Wenn die neuen Tarife günstiger erscheinen, kann ein Versicherungswechsel vielleicht den Geldbeutel schonen.

Rauchen bei Jugendlichen immer mehr out

Samstag, 26. Februar 2011

Wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung nun bekannt gab ist das Rauchen bei Jugendlichen immer mehr out, lediglich 13 % der Jugendlichen im Alter von bis 17 griffen noch zum Glimmstengel. Im Jahre 2001 lag diese Ziffer mit 28 % deutlich höher. Auch in der Altersgruppe der 18 bis 25 jährigen hat sich die Anzahl der Raucher verringert, rauchten noch vor zwei Jahren 43 % aus dieser Altersgruppe, sind es heute nur noch 38 %. Erfreuliche Zahlen, die zudem vielversprechend sind hinsichtlich der Kosten für die Umlagenfinanzierte Gesetzliche Krankenversicherung.

Die Bundeszentrale führt seit 30 Jahren die Untersuchung, bislang habe man nie niedrigere Raucherzahlen vorweisen können. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans,sieht hier einen Erfolg der Aufklärungskampagnen, zudem habe die Bevölkerung ein gestärktes Gesundheitsbewußtsein. Dennoch müsste man Präventivmaßnahmen, insbesondere bei Jugendlichen, auch in Zukunft verstärkt einsetzen.

Die Direktorin der Bundeszentrale, Prof. Dr. Elisabeth Pott,bestätigt die Annahme, dass das Rauchen bei Jugendlichen immer mehr als out gilt. Gleichzeitig hegt sie die Hoffnung, dass jugendliche Nichtraucher auch im Erwachsenenalter nicht anfangen werden. Die Bundeszentrale gestaltet seit 2003 ihre Anti-Raucher Kampagne “rauchfrei”, die sie inzwischen auch Online anbietet. Hier können rauchende Jugendliche Tipps und Unterstützung erhalten, wenn sie denn endlich rauchfrei werden wollen.

Der Konsum von Zigaretten und anderen Tabakprodukten gilt als sehr gesundheitsschädlich, neben “harmlosen” Erkrankungen der Atemwege (wie Asthma, Raucherlunge etc) werden viele Krebsarten auf den Tabakkonsum zurückgeführt. Auch viele koronare Erkrankungen (Herzinfarkt) oder ein Schlaganfall werden durch den Tabakkonsum begünstigt.

Pflegeversicherung- Pflegezusatzversicherung empfohlen

Montag, 21. Februar 2011

Die Anzahl der Menschen die als pflegebedürftig eingestuft werden ist seit 1999 um 16 % gestiegen wie das statistische Bundesamt nun meldete. Zum Stichtag Dezember 2009 zählte das Bundesamt insgesamt 2,43 Millionen pflegebedürftige Menschen, zwei Drittel der Pflegebedürftigen werden zu Hause gepflegt. Dies sind erfreuliche Zahlen, wurde die Pflegeversicherung doch auch deswegen eingeführt, um eine Pflege nämlich dort zu ermöglichen, wo sich Menschen an wohlsten fühlen. Auf der anderen Seite geben die Aussichten zu bedenken, Prognosen sagen aufgrund der alternden Gesellschaft eine Verdopplung der Pflegebedürftigen bis 2050 vorraus. Die Frage nach der Finanzierung spaltet auch die Politik, so will der amtierende Gesundheitsminister Rösler (FDP) das Jahr “2011 als Jahr der Pflege” ausrufen und den Service verbessern, gleichzeitig aber Beitragserhöhungen in der Pflegeversicherung vermeiden.

Die Pflegeversicherung in Zahlen

Die Pflegeversicherung ist eine Pflichtversicherung, die durchschnittlichen Beiträge liegen bei 1,95 %, der Arbeitgeberanteil liegt bei 0,95 %. Die steigende Lebenserwartung findet sich auch in der Pflege wieder, rund ein Drittel (35 %) der Pflegebedürftigen sind älter als 85. 1,62 Millionen (69 % aller Pflegebedürftigen) wurde zu Hause gepflegt. Davon werden wiederum 1,07 Millionen Menschen alleine von Angehörigen gepflegt. In Heimen werden vollstationär 717.000 Pflegebedürftige versorgt. Auch die Anzahl der Menschen, die direkt in der Pflege eine Arbeit finden, ist nicht zu verachten: so werden im ambulanten Pflegedienst 269.000 Menschen beschäftigt, in den Pflegeheimen nochmal 621.000 (insgesamt 890.000 Beschäftigte).

Private Pflegezusatzversicherung

Die private Pflegezusatzversicherung kann jeder abschließen, grundlegend gibt es drei Varianten. Die Pflegerentenversicherung zahlt im Bedarfsfall eine monatliche Rente aus, die Pflegekostenversicherung soll die Zusatzkosten auffangen und die Pflegetagegeldversicherung zahlt für jeden Pflegetag einen vereinbarten Geldbetrag aus. Generell soll eine private Zusatzversicherung helfen eventuell höher anfallende Kosten zu decken. Aktuell favorisiert Rösler eine Stärkung der Rolle der Zusatzversicherungen, hier wird Kritik aus den Sozialverbänden laut. Doch am Ende läuft es auf eine gestärkte privatfinanzierte Pflegeversicherung hinaus, ob aber das Geld in einer Pflegezusatzversicherung besser investiert ist, oder in einer Lebensversicherung , muss jeder selber entscheiden.

Gallup-Bankenstudie: Deutsche unzufrieden mit Banken

Freitag, 18. Februar 2011

Laut einer Umfrage des Gallup-Markt- und Meinungsforschungsinstitutes sind die Deutschen relativ unzufrieden mit ihrer Bank. Das Vertrauen von Anlegern und Kunden wurde im Zuge der Finanzkrise 2008 massiv erschüttert, die Praxis der Banken und ihr laxer Umgang mit den Geldanlagen der Kunden gab Grund zur Besorgnis. Zwar scheinen deutsche Kunden ihr Vertrauen wiederzugewinnen, dennoch sehen die Forscher von Gallup Verbesserungspotential.

Banken müssen ihren Service deutlich verbessern

Erneut widerlegt der Banken-Bericht der Gallus-Gruppe die Annahme, Kunden würden Banken grundlos misstrauen. Zwar wird die Bindungstreue der Kunden in Frage gestellt, doch hier sieht das Meinungsforschungsinstitut eher einen Fehler der Banken, denn der Service in den Bankfilialen wird von einem Großteil der Kunden als verbesserungswürdig empfunden; 79 % der befragten Kunden gaben an, dass ihre Bank sehr wohl Fehler gemacht hätte. Die Befragung wurde zwischen dem 9.September und dem 15. Oktober 2009 durchgeführt, insgesamt wurden über 3800 Kunden telefonisch befragt.

Kunden gaben in der Studie auch an, keine signifikanten Unterschiede unter den Banken zu erkennen, lediglich 4 % der Befragten konnten eine Bank als die Beste angeben. Lediglich 26 % der Befragten waren auch der Meinung, dass ihre Bank die Versprechen einhält, die es zuvor geäußert hatte. Im internationalen Vergleich wird die Unzufriedenheit deutlicher; 39 % der Befragten waren äußerst zufrieden mit ihrer Bank, in Großbritannien (46 %) und in den USA (69 %) liegt dieser Wert weit höher.Deswegen darf es auch nicht verwundern, wenn 51 % der Befragten angaben, ohne Probleme die Bank wechseln zu können.

Gerade die emotionale Bindung zur Bank sei wichtig, von Kunden und Mitarbeitern gleichermaßen. Doch bei der Bewertung einer Bank wissen die Kunden sehr wohl harte Fakten anzuwenden; in der Kundenwahrnehmung wird als Bestes der Zugang zur Bank bewertet (53 % Zufriedenheit), mit den Produkten und dem Service der Bank waren lediglich 25 % zufrieden, während die Preise und Gebühren der Banken mit 19 % Zufriedenheit am Schlechtesten abschnitten.

Was Kunden unternehmen können

Die einzige Möglichkeit für Kunden eine passende Bank zu finden, ist ein Vergleich dieser im Vorfeld. Kunden sollten sich nicht von markigen Werbesprüchen oder Startguthaben beeindrucken lassen. Vielmehr können Kunden die Konditionen vergleichen, egal ob beim Kredit, Tagesgeldkonto oder bei der Altersvorsorge, die Banken weisen unterschiedlichste Konditionen auf. Wichtig ist auch ein persönlicher Draht zu den Bankangestellten, nicht wenige Kreditzusagen hängen von der Beurteilung der Bankenmitarbeiter ab. Die Banken hingegen müssen noch deutlich am Service feilen, und noch mehr an ihren Gebühren.

Finanztest: Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) nicht immer passend

Mittwoch, 16. Februar 2011

Laut einem Bericht des Institutes Finanztest wird die Berufsunfähigkeitsversicherung (auch BU genannt) nicht immer passend für die Versicherten abgeschlossen, das Kleingedruckte in den Policen verhindere einen umfassenden Schutz. Dabei weist Finanztest insbesondere auf zwei Klauseln, die die Versicherten lediglich im Kleingedruckten wiederfinden.

Finanztest ist eigentlich ein Verbrauchermagazin, welches von der Stiftung Warentest herausgegeben wird. In der aktuellen Ausgabe hat Finanztest die Angebote zur Berufsunfähigkeitsversicherung genauer unter die Lupe genommen. Auf zwei Klauseln weist Finanztest insbesondere hin.

Verzicht auf abstrakte Verweisung

Viele Anbieter der Berufsunfähigkeitsversicherung verzichten nicht auf die abstrakte Verweisung; abstrakte Verweisung meint die Möglichkeit einer Versicherung, im Falle einer Berufsunfähigkeit die Auszahlung der Rente zu verweigern, weil der Versicherte in einem anderen Job arbeiten könnte. Versicherte sollten daher auf das Kleingedruckte im Vertrag achten.

Nachversicherungsgarantie

Bei der Nachversicherungsgarantie handelt es sich um die Möglichkeit für einen Versicherten, im Bedarfsfall die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente nach Oben zu korrigieren. Dies ist insbesondere für junge Angestellte sinnvoll, die recht früh eine Police der Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Erfahrungsgemäß verdienen diese Arbeitnehmer im Laufe der Zeit mehr, dementsprechend wird der Bedarf größer.

Grundsätzliches zur Berufsunfähigkeit

Die Höhe der Beiträge und der ausgezahlten Rente wird stets individuell ausgerechnet, nur wer genau die BU vergleicht, kann eine günstige Versicherung erhalten. Interessenten sollten möglichst früh eine BU abschließen, im jungen Alter ist das Risiko einer Berufsunfähigkeit relativ gering, dementsprechend niedrig sind die Beiträge. Ältere Angestellte und Arbeitnehmer, die nur noch wenige Jahre zum renteneintritt haben, sind mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung besser bedient. Bei einem Abschluss einer BU wird die Rentenhöhe meist bei 60% bis 80% des Bruttoeinkommens festgelegt.

Da eine Betriebsunfähigkeitsversicherung von verschiedensten Versicherungen angeboten wird, ist es sinnvoll, mögliche Berufsunfähigkeitsversicherungen zu vergleichen, unterschiedliche Beitragshöhen und Versicherungsinhalte sind an der Tagesordnung. Einen Online-Vergleich können Interessenten zu jeder Zeit kostenlos anfordern.