In einem Interview mit Focus-Money haben Andreas Beck (Institut für Vermögensaufbau) und Michael Mayer (Postbank) die Auswirkung der Finanzkrise von 2008 für die Altersvorsorge diskutiert, dabei kamen sie auf das Ergebnis, dass jeder vierte Deutsche die Auswirkungen einer hohen Inflation befürchtet. Dabei zitierte Beck die Studie des eigenen Instituts mit dem Titel “Altersvorsorge in Deutschland 2010/2011″. Danach befürchten ein Drittel aller Berufstätigen eine Kürzung der Rente im Alter, ferner sehen ein Viertel der Befragten eine Gefahr durch eine Inflation und damit die Gefährdung ihrer privaten Altersvorsorge. Ferner glauben knapp ein Viertel der Befragten, dass die Renten künftig nicht steigen werden. Damit unterstreicht Beck die Notwendigkeit einer privaten Altersvorsorge.
Auswirkung der Finanzkrise auf die Altersvorsorge
Befragt zu den direkten Auswirkungen der Finanzkrise bestätigte Meyer, dass rund 20 % der Berufstätigen im Zuge der Finanzkrise ihre Altersvorsorge gekündigt haben, bei den über 50 jährigen liege diese Zahl bei 23 %. Befragt nach der Geldmenge, die die Deutschen pro Kopf im Durchschnitt für ihre Altersvorsorge beiseite legen, gab Meyer an, dass Westdeutsche 215 Euro pro Monat investieren, in Ostdeutschland aber lediglich 123 Euro investiert werden. Ob die erhöhte Arbeitslosigkeit einen Grund für das Gefälle darstellt, ließen beide Interviewpartner offen.
Richtig vorsorgen fürs Alter- wieviel Geld pro Monat ist sinnvoll?
Befragt nach der richtigen Beitragshöhe für die private Altersvorsorge gab Beck an, dass jeder der im Alter sein Lebensstandard halten möchte, 290 Euro pro Monat investieren sollte. Noch wichtiger sei eine frühzeitige Anlagestrategie, Meyer plädierte gar das Thema Altersvorsorge im Schulunterricht. Als Grundlage für eine richtige Strategie in der Altersvorsorge nannte Beck die Riester-Rente, zusätzlich sollte eine Lebensversicherungabgeschlossen werden, so die Empfehlung zur Altersvorsorge von Beck. Auch die Investition in ein Eigenheim sei sinnvoll, so sehen es auch zweidrittel aller Arbeitnehmer in Deutschland.
Banken würden gut beraten
Nach Meinung von Beck würden die Banken sehr wohl eine gute und fundierte Beratung anbieten, damit widerspricht Beck der Gallup-Bankenstudie. Im Rahmen einer Studie wären in 172 Städten die Banken getestet worden, insgesamt 798 Banken seien auf ihre Beratung überprüft worden, in der Regel seien die Beratungen gut gewesen. Warum aber seine Einschätzung sich nicht mit der Gallup-Studie deckt, ließ er offen. Umsichtige Menschen sollten sich möglichst genaue informieren und überlegen, welche Produkte von welchen Anbietern lohnenswert sind, schließlich sind die benannten Möglichkeiten langfristige Geldanlagen.